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HR Management Tipps: Sofortiger Nutzen neuer Mitarbeiter durch effiziente Einarbeitung

HR Management Tipps: Sofortiger Nutzen neuer Mitarbeiter durch effiziente Einarbeitung

Zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter in eine Organisation oder ein neues Team gibt es in der Literatur viele Theorien. Die meisten Theorien konzentrieren sich darauf, wie man neuen Mitarbeitern Informationen und Fertigkeiten zur Verfügung stellt die der neue Mitarbeiter benötigt, um erfolgreich sein zu können.

Was ist für Manager wirklich entscheidend bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter?

Neue Mitarbeiter benötigen jedoch weit mehr ein gutes internes Netzwerk sowie ein schnelles Verständnis für die inneren Abläufe und die Kultur Ihres Unternehmens, um kurzfristig wirklich erfolgreich in ihrer neuen Aufgabe sein zu können. Unabhängig davon, ob ein bestehender Mitarbeiter in einen anderen Teil der Organisation wechselt oder ob der Mitarbeiter im Unternehmen ganz neu ist: Manager können die Einarbeitung beschleunigen, indem sie dem Mitarbeiter zeitnah nach dem Start mehr als die üblichen Grundlagen erklären und erläutern, wie die Ziele wirklich erreicht werden können.

HR Expertenanalyse: Erfolgskriterien der Einarbeitung

Jeder neue Mitarbeiter muss vier Hürden überwinden, um effizient eingearbeitet zu sein:

  • die Business-Orientierung
  • die Erfüllung von Erwartungen
  • Unternehmenspolitische Verbindungen aufbauen
  • und die Anpassung an die jeweilige Unternehmenskultur

Dabei tun sich viele Manager und Führungskräfte mit der Vermittlung der letzten beiden Punkte am Schwersten, doch genau diese Punkte sind für das Verständnis des neuen Mitarbeiters am Wichtigsten.

Unternehmenskultur: der häufigste Grund für das Scheitern neuer Mitarbeiter

Forschungsarbeiten belegen, dass eine mangelhafte Anpassung an die neue Unternehmenskultur der häufigste Versagensgrund für neu eingestellte Manager ist. In diesem Bereich fällt es Führungskräften am Schwierigsten gute Ratschläge zu geben, da sie selbst in die Unternehmenskultur eingebettet sind, darüber nicht mehr nachdenken und häufig durch die längere Unternehmenszugehörigkeit „Betriebsblind“ geworden sind. Externen Beratern gelingt es einfacher, sich in die Situation des neuen Mitarbeiters zu versetzen und ihm die richtigen Ratschläge zu erteilen, um die Einarbeitung zu beschleunigen.

3 HR Management Tipps für eine effiziente Einarbeitung

Befolgen Sie diese drei Schritte, am Besten zusammen mit einem externen Berater, um Ihre neuen Mitarbeiter effizient einzuarbeiten und damit schneller produktiv zu machen.

1. Fange früh und ehrlich bereits im Bewerbungsgespräch an

Die Einarbeitung beginnt häufig mit dem Tag des Arbeitsantritts in der neuen Firma. Viele Manager begehen den Fehler, ihr Unternehmen in der Bewerbungsphase den Kandidaten zu positiv darzustellen und die wahre Unternehmenskultur sowie die Erwartung für die Arbeitsleistung nicht oder fehlerhaft zu kommunizieren.

Die Art und Weise, wie Manager dem Bewerber in den Bewerbungsgesprächen ihr Unternehmen und die Position erklären ist der Schlüssel für die Rekrutierung der richtigen Person. Die beste Einarbeitung kann die Fehler und begangenen Sünden bei der Rekrutierung nicht mehr ausgleichen.

Seien Sie bereits in den Bewerbungsphase ehrlich und erläutern sie die Istsituation des Unternehmens. Ihre Vision des Unternehmens oder des Unternehmensbereiches ist sicher interessant, sollte vom künftigen neuen Mitarbeiter aber vom Istzustand klar abgrenzbar sein.

Auch bei bestehenden Mitarbeitern mit einer neuen Aufgabe sollten Manager nicht davon ausgehen, dass der Mitarbeiter die Kultur in der neuen Abteilung bereits kennt und versteht. Selbst in kleineren Unternehmen funktionieren andere Abteilungen und Teams unterschiedlich. Es ist die Aufgabe der Führungskraft, diese Unterschiede klar zu erkennen und dem Mitarbeiter frühzeitig zu erklären.

2. Das richtige Netzwerk für den neuen Mitarbeiter

Die Menschen bzw. die Mitarbeiter sind die wertvollste Ressource eines Unternehmens. In jedem Unternehmen gibt es dabei sichtbare und versteckte Ressourcen, welche den neuen Mitarbeiter dabei unterstützen können, die Aufgaben zu erledigen.

Stellen sie als Manager und personalverantwortliche Führungskraft frühzeitig sicher, dass der neue Mitarbeiter nicht nur die sichtbaren, sondern auch die versteckte Ressourcen und Wissensträger im Unternehmen schnell und effizient kennen lernt. Die informelle Organisation eines Unternehmens ist wichtig, v.a. für neue Mitarbeiter. Es liegt in der Verantwortung des Managers, dies dem neuen Mitarbeiter und Kollegen zu erklären.

Gute Führungskräfte identifizieren nicht nur die für den neuen Mitarbeiter entscheidenden Wissensträger im Unternehmen, sie sorgen bereits mit der Einstellung dafür, dass der neue Kollege die richtigen Personen kennen lernt und baut die Beziehungen kurzfristig auf.

Interessant dabei ist, dass dies nicht immer nur Mitarbeiter im Management und mit den besten Titel sind. Manager im mittleren Management sowie Assistenten die wissen, wann wichtige Meetings stattfinden oder gar über die Einladung der Teilnehmer für ein Meeting entscheiden, können für den neuen Mitarbeiter häufig sogar wichtiger sein.

Ein einfacher Erfolgstipp für Manager

Bringen Sie sich als Manager und Führungskraft in das Networking des neuen Mitarbeiters aktiv ein. Am Besten geht es mit folgenden einfach zu praktizierenden 3 Schritten:

  • Identifizieren Sie als Manager 10 Personen, die für ihren neuen Mitarbeiter wichtig sind
  • Schreiben Sie diese Personen auf und erklären Sie dem neuen Kollegen genau, warum diese Personen für seine Aufgabe wichtig sind
  • und schicken Sie den Wissensträgern Nachrichten mit der Anweisung, den neuen Mitarbeiter schnellstmöglich zu treffen

Grundvoraussetzung ist natürlich, dass Sie als Manager diese 10 Personen kennen bzw. für die Aufgabe ihres Mitarbeiters identifizieren können.

3. Echte Arbeit – Learning by doing

Es klingt selbstverständlich, doch viele Führungskräfte in Unternehmen geben ihren neuen Mitarbeitern einen Stapel Literatur an die Hand und schicke neue Mitarbeiter erst einmal in eine Reihe von Trainings.

Es ist nicht unsere Absicht, eine „Schwimm oder geh unter“ Mentalität bei Managern im Umgang mit neuen Mitarbeitern zu fördern. Doch unsere Erfahrungen zeigen, dass neue Mitarbeiter mit praxisnaher Arbeit, mit einem echten Business-Problem in einem echten Team, schneller eingearbeitet sind als im „Akademischen Modus“, indem sich jeder neuer Mitarbeiter unweigerlich wieder als Student oder in der Ausbildung zurückversetzt fühlt. Der Mitarbeiter fühlt sich von Anfang an Ernst genommen und erkennt frühzeitig, dass er für das Unternehmen und das Team wichtig ist.

Durch die sofortige Beschäftigung des neuen Mitarbeiters mit der praxisnahen Arbeit ergeben sich weitere Vorteile: Der neue Kollege beschäftigt sich von Anfang an mit der Unternehmenskultur des neuen Arbeitgebers, versteht wie die Dinge funktionieren und Lösungen erarbeitet werden und beginnt sofort mit dem Aufbau des Netzwerkes dass er für die produktive und erfolgreiche Arbeit benötigt.

Zusammenfassung und Tipps

Beachten Sie in der Bewerbungsphase und bei der Einarbeitung folgende Punkte:

  • Legen Sie in der Bewerbungsphase das Hauptaugenmerk darauf, ob der Kandidat zur Unternehmenskultur passt und nicht nur auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Verhelfen Sie ihrem neuen Mitarbeiter aktiv zum richtigen Netzwerk und führen Sie in mit den wichtigen Wissensträgern zusammen
  • Erklären Sie dem neuen Mitarbeiter nicht nur seine Ziele, sondern wie die Arbeit in der Organisation funktioniert und erfolgreich getan werden kann
  • Lassen Sie ihren neuen Mitarbeiter nicht zu lange im „Lernmodus“. Geben Sie im richtige Arbeit in einem realen Team
  • Berücksichtigen Sie, dass der neue Mitarbeitern nicht von Anfang an produktiv arbeiten kann
  • Stellen Sie dem neuen Kollegen ein Organigramm zur Verfügung und erklären Sie ihm auch die wichtigen Kommunikationswege

So, und nun viel Erfolg bei der Einarbeitung ihres neuen Mitarbeiters.

Die effiziente und erfolgreiche Einarbeitung neuer Mitarbeiter ist ein interessantes und für Unternehmen wichtiges Thema, in schwierigen Zeiten sogar ein existenzielles Thema. Was ist Ihre Meinung dazu?

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Oliver Müller-Marc ist Marketing- und Vertriebsmann aus Leidenschaft, Herausgeber des Blogs 9PT und Gründer der Unternehmensberatung enseGO. Er liebt das Internet, Sport, Kochen, guten Wein und jede Menge schwarzen Kaffee aus der Siebträgermaschine.

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