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Businessplan oder worauf achten Investoren / VCs wirklich?

Businessplan oder worauf achten Investoren / VCs wirklich?

Wir haben ein gutes und interessantes Interview mit dem international bekannten VC Guy Kawasaki entdeckt und möchten die Hauptaussagen zur Gewinnung von Investoren aus dem Interview, übersetzt in die deutsche Sprache, mit euch teilen.

Was ist für Investoren / VCs wirklich wichtig?

  • Tolle Businessideen zu entwickeln ist noch recht einfach
  • einen attraktiven Businessplan zu schreiben ist auch noch leicht; nur eine Formalität
  • dabei sind die meisten Businesspläne nur die gedruckte Version der Halluzinationen des StartUp Unternehmers
  • der Schlüssel, um Investoren zu gewinnen, ist ein attraktives Geschäftsmodell / Business

Wofür sollen Unternehmer am meisten Zeit investieren?

Der Schwerpunkt der Anstrengungen bei einem StartUp sollte also nicht auf den Businessplan, sondern auf die Planung des Geschäftsmodells / Business gelegt werden. Hier einige Beispiele die das verdeutlichen:

  • was benötigen die Interessenten und künftigen Kunden?
  • wie können diese Bedürfnisse befriedigt werden?
  • welche Art von Mitarbeiter möchte man gewinnen?
  • wie wird das eigene Produkt fertig gestellt?
  • und wie soll es am Markt eingeführt werden?

Businessplan: die Expertentipps

Die Tipps von Guy Kawasaki für den Aufbau des Businessplanes: Maximal 20 Seiten lang, und mit diesen Kapiteln:

  • Executive Summary
  • Problem
  • Lösung
  • Business-Modell
  • was ist das Besondere
  • Marketing und Vertrieb
  • Wettbewerb
  • Team / Gründer / Mitarbeiter
  • Projektionen
  • Status- und Zeitplan
  • Schlussfolgerung

Executive Summary: der Schlüssel zum Erfolg mit Investoren / VCs

Dabei ist das Executive Summary das mit Abstand wichtigste Kapitel im Businessplan. Denn ist das Executive Summary schlecht, lesen Investoren nicht mehr den Rest des Businessplanes. Wenn die Executive Summary brillant ist, lesen Investoren auch nicht weiter, weil du direkt eine eMail oder Anruf von ihnen bekommst, um sich zu treffen.

Viele Leute behaupten, das Kapitel Team sei bei einem StartUp das Wichtigste im Businessplan. Guy Kawasaki begründet, warum das nicht stimmt:

  • die meisten Unternehmer können, solange ihr Mitgründer nicht Steve Jobs ist, im Businesspan nicht beweisen, dass Sie ein tolles Team haben
  • die Kompetenz des Teams kann später beim persönlichen Treffen demonstriert und belegt werden.

Guy Kawasaki gibt weitere Tipps für das Executive Summary und beginnt mit den Negativbeispielen, die mit fantastischen Schlagwörtern gespickt sind. Die meisten Gründer / Entrepreneurs verwenden Schlagwörter wie „Revolutionär“, „zum Patent angemeldet“, „Weltklasse“, „bewährtes Team“ oder „Multi-Milliarden-Dollar-Chance“. Diese Schlagwörter und Phrasen sind so abgedroschen, dass sie keine Bedeutung mehr haben, oder gar lächerlich wirken. Nach Guys Erfahrung gilt generell:

Je mehr Superlative im Executive Summary des Businessplanes bei einem StartUp verwendet werden, desto unwahrscheinlicher steckt eine gute Geschäftsidee dahinter.

Was zeichnet eine gute Executive Summary aus?

Im Gegensatz dazu zeichnet das gute Executive Summary eines Businessplanes aus, dass offensichtliche Schwachpunkte und eine glaubwürdige Lösung erklärt werden. Damit ist keine weitere Studie eines Beratungsunternehmen gemeint, dass einen sensationell großen Markt für die Geschäftsidee zu beweisen versucht. Es geht schlicht darum eine einfache Geschichte zu erzählen, so dass der Investor abschätzen kann, wie viele Menschen die Produkte und Dienstleistungen lieben werden.

Hier geht es zum englischsprachigen Interview: Ask the Wise Guy: The Key to Attracting Investors

Viel Spaß beim Lesen wünscht
Oliver Müller-Marc

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Oliver Müller-Marc ist Marketing- und Vertriebsmann aus Leidenschaft, Herausgeber des Blogs 9PT und Gründer der Unternehmensberatung enseGO. Er liebt das Internet, Sport, Kochen, guten Wein und jede Menge schwarzen Kaffee aus der Siebträgermaschine.

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